Diese Seite wurde zuletzt am 03.05.2018 geändert
Aktuell Aktuelle Berichte #Nehmtmeine Träumeernst!
#NehmtmeineTräumeernst! Wir machen mit bei der Aktion zum 5.5. (05/2018)

Auch acht Leute Menschen mit Behinderung aus unserem Verein haben mitgemacht. Ihre Fotos und Texte lesen Sie am Ende des Artikels:

#NehmtmeineTräumeernst - Nehmt meine Träume ernst! heißt die Aktion der Landesarbeitsgemeinschaft Baden-Württemberg "Gemeinsam leben - gemeinsam lernen" e.V. gemeinsam mit ihren örtlichen Vereinen und Elterninitiativen. Zum 5.5., dem europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, hat die LAG 22 Fotos veröffentlicht, die Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderung aus ganz Baden-Württemberg zeigen, die von ihren Träumen berichten.

"Um die Träume von Menschen mit Behinderungen, um das, was sie selber möchten in ihrem Leben, geht es noch immer viel zu selten", bedauertdie Vorsitzende Claudia Heizmann. Und Kirsten Ehrhardt, Projektleiterin "Inklusionsbeobachtung und -begleitung in BW", die die Aktion konzipiert hat, ergänzt: "Eigentlich sollte durch die Reform des Bundesteilhabegesetzes der Mensch und seine individuellen Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen. Aber davon sind wir noch in ganz Deutschland weit entfernt." Stattdessen würden die jungen Menschen mit Behinderung in bestehende Strukturen und begrenzte Möglichkeiten gezwungen. Schon in der Schule müssten sie für Inklusion dorthin fahren, wo die Ressourcen sind. Und beim Thema Arbeit werden viele von ihnen noch immer ausschließlich in Richtung Werkstatt für Menschen mit Behinderung beraten, ja oft gedrängt.

In der Freizeit sind sie noch lange nicht in allen Vereinen und Organisationen selbstverständlich willkommen. Ehrhardt: "Es zählt nicht, was der junge Mensch selber möchte, sondern was andere für ihn vorsehen." So würden viele Träume zerstört oder entstünden erst gar nicht. Auf diesen Missstand will die LAG BW GLGL mit der Aktion aufmerksam machen, z.B. durch Helma, die von ihrem Wunsch berichtet, Modeschöpferin zu werden - durch Anton, den der Wassermühlenbau fasziniert - durch Alina, die von einem tollen Auto träumt, und viele andere. Heizmann: "Wir Eltern sind manchmal die einzigen, die sich darum kümmern, dass ihre Träume wahr werden. Dabei sollte das ein Anliegen aller sein. Denn nur so wird wirkliche gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung möglich."

Die Bildergalerie mit allen Fotos und Texten finden Sie am 5.5. unter www.lag-bw.de und bei www.facebook.com/GemeinsamlebenBAWUE/

Und das sind die Fotos und Texte "unserer" jungen Leute:
"Ich möchte Bundeskanzler werden. Wir leben in einer Demokratie. Wir wollen keinen Krieg. Wir leben im Herzen Europas. Alle Menschen auf der Welt sollen sich vertragen. Wir wollen Frieden. Dafür setze ich mich ein. Ich bin klug, und auch sehr nett. Danke." (Henri, 15) "Ich möchte Modeschöpferin werden. Ich mag Menschen. Ich finde es spannend, wie sie sich anziehen. Stoffe, Formen und Farben sind wie eine Sprache. Sie verraten so viel über Menschen. Man sagt ja auch: Kleider machen Leute. Das stimmt." (Helma, 16)
"Mein größter Traum ist es, bei Steinway - meiner Lieblingsmarke - in Hamburg zu arbeiten, überall auf der Welt für berühmte Pianisten zu stimmen und ein berühmter Klavierstimmer zu werden." (Jörg, 34) "Ich möchte Masseurin werden und viele Freunde haben, mit denen ich - ohne Mama - etwas unternehme. Ich gehe gerne in die Stadt, ins Kino oder mache Ausflüge. Aber nicht alleine." (Lavinia, 18)
"Ich möchte mit einem Cabrio nach München fahren! Ich liebe München, und ich liebe Cabrios. Meine Eltern kennen meine Träume gut. Sie werden mit meinen Traum erfüllen. Bislang haben sie immer Wort gehalten." (Bastian, 20) "Ich möchte Rockstar werden. Gitarre und Mikrofon habe ich schon. Jetzt brauche ich nur noch andere Mitspieler für eine Band. Dann können wir eigene Songs schreiben, eine CD aufnehmen und auf Welttournee gehen!" (Arwed, 12)
"Ich möchte Synchronsprecher werden. Ich liebe "die drei ???" und schreibe schon seit langem an einem eigenen Hörbuch. Zu spannenden Geschichten gehört auch die Stimme eines Menschen mit Behinderung. Damit uns jeder hören kann." (Philipp, 17) "Ich bin Mitglied im inklusiven Fanclub von 1899 Hoffenheim. Und mein Traum ist, dass Hoffe irgendwann Championsleague-Sieger wird!" (Philipp, 33)