Diese Seite wurde zuletzt am 29.03.2009 geändert
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Eckpunkte - Ein Gespräch mit der Amtsleiterin des Staatlichen Schulamtes Mannheim, Brigitte Frei

Anfang Januar hatten Rotraut Engler-Soyer und Kirsten Ehrhardt die Möglichkeit, als Vertreterinnen der Elterninitiative mit der Amtsleiterin des Staatlichen Schulamtes Mannheim, Brigitte Frei, ein ausführliches Gespräch über die Zukunft des gemeinsamen Unterrichts von nicht behinderten und behinderten Kindern zu führen. Wir drucken das mit allen Beteiligten abgestimmte Protokoll des von uns als sehr positiv erlebten Gespräches hier ab. Es wird eine wichtige Basis unseres weiteren Engagements im Bereich Schule sein.
  • Die Amtsleiterin und das Amt stehen dem gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen positiv gegenüber.
  • Im RNK wurden bereits viele mehr als in anderen Schulamtsbezirken - Klassen mit gemeinsamem Unterricht eingerichtet. Weitere Vorhaben werden nach besten Kräften unterstützt. Allerdings können dabei festgeschriebene Vorgaben wie Klassenteiler und die Zuteilung von Lehrerstunden nicht umgangen werden. Das heißt auch, dass keine zusätzlichen Ressourcen für den Gemeinsamen Unterricht zur Verfügung stehen. Im Einzelfall muss jedoch geprüft werden, wie bereits eingerichtete oder zugesagte Maßnahmen abgesichert werden können. Die Einrichtung von Klassen mit Intensivkooperation, die Kinder verschiedener Behinderungsarten besuchen, bietet die Chance, das Außenklassenkonzept auszuweiten und weiter zu entwickeln und soll deshalb weiter verfolgt werden.
  • Die in den letzten Jahren erarbeiteten Vorgaben, dass Kinder mit Behinderungen zunächst an der allgemeinen Schule des Einzugsgebietes angemeldet werden und diese dann den Antrag der Eltern an das Schulamt weiterleitet, bleibt auch nach der Zusammenlegung der vier Schulämter verbindlich. Das heißt auch, dass die allgemeinen Schulen begründen müssen, wenn sie ein Kind mit Behinderung nicht aufnehmen. Die Schulleitungen und die KooperationslehrerInnen (Kindergarten Schule) werden wie im RNK bereits erfolgt - über diese Zuständigkeit und die entsprechenden Formulare informiert.
  • Durch die Zusammenlegung der vier Ämter werden sich Zuständigkeiten ändern. Gesprächspartner der Elterninitiative bleiben vorerst Herr Buttendorf und Herr Hager-Mann sowie die MitarbeiterInnen der Astkoop.
  • Nicht alle Außenklassen arbeiten so integrativ, wie sie einmal gedacht waren. Über die dringende Notwendigkeit, die Arbeit in den Außenklassen nicht nur unter formalen, sondern auch inhaltlichen Gesichtspunkten zu beleuchten, besteht Konsens. Eine Evaluation und die Erarbeitung von Standards sind für erfolgreiche, ermutigende Projekte unabdingbar. Eine Arbeitsgruppe am SSA MA zur Erstellung solcher Standards ist bereits eingerichtet worden.
  • Die Konzeptionen der eingerichteten Diagnoseklassen werden momentan ebenso kritisch hinterfragt und evaluiert. Von daher ist zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage möglich, ob und wenn ja in welcher Form die Diagnoseklassen zum Schuljahr 2009/2010 weitergeführt werden.
  • Anträge von Eltern sollen möglichst zeitnah beantwortet werden, wodurch für diese transparent wird, welche Schritte anstehen, welche mit welchen Ergebnissen schon gegangen wurden bzw. noch ausstehen. Es besteht Konsens darüber, dass Eltern ein Anrecht darauf haben, frühzeitig über (auch negative) Entwicklungen und Entscheidungen informiert zu werden.
Rotraut Engler-Soyer/Kirsten Ehrhardt (2/09)